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Jednání úřadů v 80. letech 19. století, 20. února 1885, Brno - moravské místodržitelství moravskému zemskému výboru ve věci vedení a používání zemského znaku

1)

7730/997

Z. 4776

Note!

Mit dem Decrete vom 22. November 1884 Z. 36202 hat der hochlöbliche mähr. Landesausschuss dem Militärveteranen Vereine in Kunewald die Führung des mähr. Landeswappens in der Vereinsfahne ausdrücklich und förmlich gestattet.

Mit Rücksicht hierauf beehrt sich die k. k. Statthalterei zu Folge Erlasses des h. k. k. Ministeriums des Innern vom 15. Februar l. J. Z. 2314 den Hochlöblichen mähr. Landesausschuss darauf aufmerksam zu machen, daß die Führung und Gebrauch eines Landeswappens naturgemäß an die Bewilligung des Allerhöchsten Landesherrn gebunden ist, wie dieses auch mit der Verordnung des Ministeriums des Innern vom 24. April 1858 Z. 2401/MI (R. G. Bl. N. 61) ausdrücklich ausgesprochen wurde, und daß insoferne es sich um die zahlreichen Fälle ähnlicher Bewilligungen der Militär-Veteranen-Vereine handelt, der Stellung des Landesvertretung resp. des Landesausschußes dadurch gebührende Rechnung getragen wird, daß in jedem speciellen Falle vor Erstattung des allerunterthänigsten Vortrages die Wohlmeinung des Landesausschußes eingeholt zu werden pflegt.

Brünn am 20. Februar 1885.
Für den k. k. Statthalter:

An den hochlöblichen mähr. Landesausschuss in Brünn

2)

Na levé straně dokumentu napsáno:

No. 7730

Statth. theilt mit einem Minist. Erlaß, mit welchem der L. A. darauf aufmerksam gemacht wird, daß die Führung und Gebrauch des L. Wappens an die Bewilligung des a. h. Landesherrn gebunden ist.

Vorgetragen
in der Sitzung am 14. März 1885 unter dem Vorsitze des Landeshauptmannes Grafen Vetter

Anwesend Graf Belrupt, Dr. Fanderlík, Dr. Frendl, Dr. Ritter v. Manner, Dr. Promber, Dr. Ritter v. Šrom.

Beschluss:
Einstimmig nach Antrag.

Videat alle L. A. Bureaus.

Na pravé straně napsáno:

Praes 28. 2. (1)885

Referent Herr Dor Ritter v. Manner.

In den Rechenschaftsbericht pro 1885 einbezogen

Sitzungsstück.

Referent beantragt diese Eröffnung zur Kenntniß zu nehmen, und in  Hinkunft Gesuche um Gestattung der Führung des m. L. Wappens der Statthalterei unter Bekanntgabe der Anschauung des L. A. über die fallweise derartige Gestattung zu übergeben.

Br. 14. 3. (1)885

Manner

Citace zdroje dokumentu: MZA v Brně, A 9 Zemský výbor, sign. C 1/4, kr. 9

3)

Nařízení Ministerstva vnitra z 24. dubna 1858 č. 2401/MI, zveřejněno v Říšském (úředním) věstníku zákonů (Reichsgesetzblatt), rok 1858, s. 291-292, č. 61


61.

Verordnung des Ministeriums des Innern vom 24. April 1858,
giltig für alle Kronländer, mit Ausnahme der Militärgrenze,
betreffend die unbefugte Führung des k. k. Reichsadlers oder eines Landeswapens.

Durch die Wahrnehmung, daß einige Privatgesellschaften sich unbefugt des k. k. Reichsadlers oder eines Landeswapens bedienen, findet sich das Ministerium des Innern veranlaßt in Erinnerung zu bringen, daß die Führung des kaiserl. Reichswapens oder Reichsadlers oder eines Landeswapens von der erhaltenen Allerhöchsten Bewilligung oder von der, in einem besonderen Gesetze ausgesprochenen Gestattung bedingt sei.

Der vorkommende unberechtigte Gebrauch ist daher sogleich abzustellen, und gegen Jene, welche dessen ungeachtet dieses Verbot übertreten, nach der Verordnung vom 20. April 1854 (Nr. 96 des Reichs-Gesetz-Blattes), und beziehungsweise für das lombardisch-venetianische Königreich nach der Verordnung vom 25. April 1854 (Nr. 102 des Reichs-Gesetz-Blattes), vorzugehen.

Freiherr von Bach m. p.



10. srpna 1880, Brno - presidium místodržitelství 1) policejnímu ředitelství v Brně, 2) starostům v Jihlavě, ve Znojmě, v Uherském Hradišti, Olomouci a Kroměříži ve věci moravských zemských barev v kalendářích

Koncept

Prasidialerin(n)erung

3205/pr 2-9

An den k. k. Polizeidirektor Brünn

An die Bürgermeister in
1. Iglau
2. Znaim
3. U. Hradisch
4. Olmütz
5. Kremsier

Br. 10. 8. (1)880

In den verschiedenen im Lande herausgegebenen Kalendern werden bei Anführung der Landesfarben des österreichischen Kaiserstaates die Landesfarben Mährens als "gold-roth-blau" angegeben.

Diese Angabe ist aber unrichtig, da die Landesfarben Mährens bloß "gold-roth" sind.

Zur Vermeidung von hieraus entstehenden Beirrungen werden Euer aufgefordert, die Einleitung zu treffen, daß in den im Amtsberröhe erscheinenden Kalender die Landesfarben Mährens richtig als "gold-roth" angeführt werden.

Br. 10. 8. (1)880

Po levé straně  připsány kancelářské poznámky: Vide Z. 2142/pras (1)876
Vide 4889/L. Sch. R. (1)879 f. 1/9 u(nd) Statth(alterei) Z. 2041/pras. (1)880

Citace zdroje dokumentu: MZA v Brně, B 13 Moravské místodržitelství – presidium, sign. 2-9, č. 2820/1895, kr. 878

Starší překlad části textu do češtiny:

"V rozličných v zemi vydávaných kalendářích se uvádí jako zemské barvy Moravy zlatá-červená-modrá. Tento údaj je nesprávný, protože barvami moravskými je zlatá a červená. Prosím o zařízení v této věci."

Jednání úřadů v 80. letech 19. století, 25. května 1880, Vídeň - odpověď moravskému místodržiteli ohledně barevnosti moravské orlice a moravských zemských barev

293/A ex 1878

Ich bin nicht in der Lage, die in dem Berichte vom 27. Juni 1878 No 1924 pr. beantragte und nicht dem Berichte Eurer Hochwohlg. vom 20. Mai d. Js. No. 1935 pr. in Anregung gebrachte Richtigstellung der Tinkturen des im mährischen Landeswappens geführten Adlers und hiemit auch der mährischen Landesfarben vor einer allgemeinen Neugestaltung des oesterr. Staatswappens in Verhandlung zu nehmen.

In so ferne jedoch nach Versicherung Eurer Hochwohlgeboren der von Roth und Gold geschachtete Adler im blauen Felde bereits dermal als das offizielle mährische Landeswappen von Seite des Landesausschusses und der Statthalterei gehandthabt und auch von einzelnen Vereinen auf Grund Ah. Spezialbewilligungen eben dieses Wappen auf den Vereinsfahnen geführt wird, unterliegt es keinem Anstande dieses Wappen auch fernerhin bis zu dessen endgiltiger Richtigstellung im Sinne des im mährischen Landesarchive aufbewahrten Originaldiploms Wailand Kaiser Friedrich III. ddo: Klosterneuburg 7. Dezember 1462 in Anwendung zu bringen.

Wien, am 25. Mai 1880

Taaffe

An Seine Hochwohlgeboren den Herrn k. k. Statthalter in Mähren Franz Ritter Kallina von Urbanow.

Erh. 29. 5. (1)880 2041 pr 2-9

Dient zur Kenntniß 23. 6. (1)880

Sämtlichen Herrn Referenten zur Einsicht

Citace zdroje dokumentu: MZA v Brně, B 13 Moravské místodržitelství – presidium, sign. 2-9, č. 2820/1895, kr. 878

Poznámka: Datace dokumentu rokem 1889, která je převzata ze staršího strojopisného nedatovaného přepisu v odborné literatuře (Ivan Štarha, Moravské barvy a moravská zemská vlajka, in: Pocta Janu Janákovi, 2002, s. 165-170), je chybou přepisu, jelikož na originálu dokumentu s tímto zněním je očividně uveden rok 1880.

Jednání úřadů v 80. letech 19. století, 20. května 1880, Brno - presidium moravského místodržitelství ministru vnitra ve věci barevnosti moravské orlice a moravských zemských barev; bíločervenomodrá trikolóra

Koncept

Prasidial erin(n)erung, betreffend die Richtigstellung des mähr. Landeswappens.

pras. 22. 5. (1)880
Z. 1935/pras. 2-9

Minister des Innern.

Mit dem Berichte vom 27. 6. (1)878 Z. 1984/pras wurde zur h. Kenntniß gebracht, daß laut Eröffnung des h. Minist. für. C. u(nd) Unt. an den mähr. Landesschulraths mit dem Erlaße vom 25. 7. (1)871 Z. 7612 eröffnet habe, daß die im J. (1)836 erfolgte Wappenbeschreibung des mähr. Landeswappens, nämlich ein von Silber und Roth geschachteter gekrönter Adler im blauen Felde noch im(m)er maßgebend sei, weil über die vom h. Ministerium des Innern einvernehmlich mit jenem des kais. Hauses u(nd) des Außern eingeleitet Verhandlung wegen neuerlicher Regulirung des A. h. Titels u(nd) des Staatswappens u(nd) die dabei beantragte Abänderung der Tinkturen des mähr. Adlers in Gold und Roth eine endgiltige A. h. Entßchliesung noch nicht erfolgt sei.

Gleichzeitig wurde die Bitte gestellt, die feststellung des Farben des mähr Landeswappens gemäß dem dermaligen offiziellen Gebrauche (gold - roth) - unabhängig von der allgemeinen Regulirung der A. h. Titel und des Staatswappens A. h. Orts erwirken zu wollen. Über diesen Bericht ist eine hochortige Entscheidung bisher nicht herabgelangt.

Mit dem Erlaße von 25. 6. (1)879 Z. 9490 hat jedoch das Minist. für Cult(us) u(nd) Unt(erricht) ein über seine Veranlassung herausgegebenes, den Reichsadler u(nd) die Landeswappen enthaltendes Tableau als Lehrmittel bei der Unterweisung in der Vaterlandskunde an den Volksschulen dem m(ährischen) Landesschulrate zur Betheilung der Volksschulen übersendet, nach welchen F

Poznámka: Po levé straně  připsáno k zařazení do textu: F
u(nd) nach der dazu behörigen Belehrung

das mähr. Landeswappen aus einem gekrönten von "gold und roth" geschachteten Adler im blauen Schilde besteht u(nd) die mähr. Landesfarbe "gold - roth" ist.

Da angenom(m)en werden kam, daß das h. Minist. für. Cult. u(nd) Unt. bei der Herausgabe jenes Tableau im Einvernehmen mit den h. Ministerium des Innern vorging und daß, sofern in diesem Tableau das mähr. Landeswappen bereits die erwähnte Abänderung erhielt, darüber eine besondere Entscheidung (...) erfloßen sein dürfte, erlaube ich mir (...) um hochgeneigte Bekan(n)tgabe diese Entscheidung ergebenst zu bitten F

Poznámka: Po levé straně  připsáno k zařazení do textu: F
zumal sich an slavischen Lehranstalten die Tendenz Kund gibt, Schulfahnen mit Tricoloren Bändern weiss-rot-blau in Gebrauch zu bringen.

Br. 20. 5. (1)880

Citace zdroje dokumentu: MZA v Brně, B 13 Moravské místodržitelství – presidium, sign. 2-9, č. 2820/1895, kr. 878

Starší překlad žádosti v závěru textu do češtiny:

"Poněvadž se domnívám, že k vydání tohoto tableau došlo v dohodě s min. vnitra a poněvadž toto tableau uvádí už změněný znak moravský, prosím o sdělení rozhodnutí v této věci "zumal sich an slavischen Lehranstalten die Tendenz kundgibt, Schulfahnen mit Tricoloren Bändern weiss-rot-blau in Gebrauch zu bringen."

Poznámka: Datace dokumentu 20. května 1888 ve starším strojopisném nedatovaném přepisu, který využívá odborná literatura (Ivan Štarha, Moravské barvy a moravská zemská vlajka, in: Pocta Janu Janákovi, 2002, s. 165-170), je chybou přepisu, jelikož na originálu dokumentu s tímto zněním je očividně uveden rok 1880.